Editorial Design bedeutet einen Raum mit Texten und Bildern zu gestalten. Das Zusammenspiel und die Anordnung dieser Texte und Bilder soll die Lektüre erleichtern. Um dies zu erreichen bedient man sich einer typographischen Struktur oder eines typographischen Rasters. Das Raster stellt denn auch die Grundstruktur eines Editorial Designs dar, sowohl bei einer einfachen Broschüre wie bei einem komplexen Kunstbuch. Raster finden wir überall, sie bilden die Grundlage in Architektur, Musik, Design, Kunst, Theater und Stadtplanung. Durch Bearbeitung kann das Raster ins Unendliche fortgeführt werden. Es kann wieder verwendet und verwandelt werden. Das grundlegende Prinzip eines Rasters ist sehr simpel. Das Raster ist das grafische Äquivalent des architektonischen Fundaments. Da die Leserichtung von links nach rechts und von oben nach unten verläuft, besteht ein Raster normalerweise aus einer Reihe von horizontalen und vertikalen Linien. Die vertikalen Linien werden von der Spaltenbreite vorgegeben, wohingegen die horizontalen Linien von dem Raum bestimmt werden, den die Schriftzeile beansprucht. Die Größe dieser Einheiten oder Felder wird durch die Inhalte definiert und durch die Bestandteile, die das Ganze ausmachen: Schrifttype und Bilder. Zu Beginn des Kurses erstellt jeder Teilnehmer ein Konzept, Ideen werden skizziert und dann in Zeichnung umgesetzt. Nachfolgend wird ein Prototyp erstellt, am Ende der Woche wird der fertige Entwurf präsentiert. Besonderes Augenmerk richten wir auf die Papiereigenschaften sowie auf die Beschaffenheit des Rasters. Wir werden uns mit der angemessenen Nutzung und den technischen Aspekten der Rasters auseinandersetzen, mir seiner Vielfältigkeit und dem Facettenreichtum. Und natürlich werden wir eine angemessene und schöne Form suchen. Gefragt sind Gestaltungswille, Kreativität, Beobachtungsgabe, Ausdruckskraft, handwerkliches Geschick und die Fähigkeit, Projekte zu präsentieren. Wir werden mit Papier, Schneidewerkzeug, Lineal und Zirkel arbeiten. Jeder Teilnehmer wird sein Projekt selbständig bearbeiten, doch gleichzeitig seine Arbeit mit der der anderen vergleichen. Wir wollen im Verlauf des Workshops die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten eines Editorial Design-Produkts kennen lernen, unter der ausschließlichen Verwendung von Papier und einem Raster.
Ricardo Salas
Ausbildung zum Grafikdesigner an der Kunstgewerbeschule in Basel und dem Polytechnikum in Mailand. 1983 Gründung des Grafikstudios Frontespizio, Mailand. Zusammenarbeit mit Achille Castiglioni und Heinz Waibl anlässlich von Bienal INTEL 85. Seit Gründung von Frontespizio Design (Mexiko,1988) Verwirklichung von über 250 redaktionellen Projekten für Museen in Mexico City, New York, Los Angeles, Madrid, Paris, Milan, Sao Paulo, Tel Aviv etc. Salas unterrichtet an einer Reihe renommierter lateinameri- kanischer Universitäten. Seine Arbeit als Grafikdesigner wurde vielfach ausgezeichnet. Sprachen: Englisch, Spanisch |