Welch schrecklicher Gedanke, welch abscheuliche Absicht! Ich muss dabei an künstliche Boy Groups denken. Wenn wir aber einen bescheideneren Standpunkt einnehmen und eine gründliche Analyse durchführen, können wir wirklich etwas lernen. Wenn auch nicht immer bewusst, so mag man doch über einen längeren Zeitraum hinweg erfolgreiche Designer, lokale und internationale, beobachten und sich fragen, ob sie ihre Karriere entworfen haben. Aus meiner Sicht ist es für die eigene Arbeit sehr nützlich, Methoden des Designs und Designmanagement anzuwenden, um zu untersuchen wie Designer früher ihre Arbeit geplant haben, oder wie ein Designer heute arbeitet. Der Beruf des Designers kann mit jenem des Musikers, Schauspielers, Schreiners und sogar Anwalts verglichen werden: Berufe, die ein hohes Maß an Kreativität zur Lösung einer Aufgabe erfordern. Um ein Beispiel aus dem Bereich der Musikbranche zu nennen: Ein Star wie Mick Jagger und ein anonymer Geigenspieler in einem Orchester leben in zwei verschiedenen Realitäten, doch ziehen möglicherweise beide denselben Grad an Befriedigung aus ihrer Arbeit. Im Verlauf des Workshops werden wir folgende Themen behandeln: Strategie, Identität, Branding, Design und wie diese Konzepte auf dem Corporate Level behandelt werden, innerhalb von Organisationen, B2B oder in Hinblick auf den Konsumenten. Wir werden die gelernten Theorien täglich anwenden und an uns (Designern) arbeiten, um uns persönlich zu entwickeln und den Kunden raffinierte Angebote machen zu können. Inhalt ist alles!
Stefan Ytterborn
Stefan Ytterborn wurde 1963 in Schweden geboren. Er begann seine Karriere Mitte der 80er Jahre als Vertreter von Designmarken in Skandinavien. Einige Jahre später kuratierte er Ausstellungen zeitgenössischer Designern, wie z.B. Marc Newson, Jasper Morrison, Konstantin Grcic, Ross Lovegrove und James Irvine. Anfang der 90er Jahre produzierte er unter dem Namen CBI moderne und typisch schwedische Möbel. Gleichzeitig kam durch seine Initiative der Verband „Swecode“ zustande: Die zusammengeschlossenen Firmen begannen, mit großem Erfolg gemeinsame Pressearbeit zu betreiben, wodurch sie schwedisches Design wieder international aufwerteten. Sein erster großer Beratungsauftrag erhielt Ytterborn von IKEA: IKEA PS wurde 1995 an der Mailänder Möbelmesse eröffnet und sorgte nicht nur für großes Aufsehen, Ytterborn erhielt dafür auch diverse Designpreise. Im selben Jahr gründete er die Firma Ytterborn & Fuentes, die sich der Entwicklung von Designstrategien und Konzepten für designorientierte Firmen widmete. Zu ihren Kunden gehörten: Hackman, iittala, Absolut Vodka, SAAB, Ericsson und viele mehr. 2003 war ein Jahr des Umbruchs: Er ließ die Beratungsarbeit hinter sich und gründete POC, eine Firma, die sich für die Verminderung von Skiunfällen einsetzt, indem sie Helme, Rückenschutz, etc. entwickeln und vermarkten. Stefan Ytterborn hat weltweit unzählige Vorlesung zum Thema Design Management gehalten, Artikel und Bücher darüber geschrieben und viele Preise dafür gewonnen. |