

![]() |
Beat Karrer (CH) www.beatkarrer.net Fabrizierte Natur10.08. - 16.08. 2008Teilnahmegebühr: € 885,-/ € 685,- |
Zu meinen größten Leidenschaften gehört das Experimentieren mit verschiedensten Werkstoffen und die materialgerechte Umsetzung der Ergebnisse in Produkte. Dabei geht es darum, das Potenzial zu erfassen, das Unmögliche zu denken, die Grenzen auszuloten und das Mögliche dann umzusetzen. Und genau das werden wir in einer verkürzten Form - quasi in einem Crash-Kurs - im Laufe des Workshops auch tun: Wir werden verschiedene Designprojekte umsetzten wobei der Denk-, Entwicklungs- und Gestaltungsprozess im Mittelpunkt steht und nicht unbedingt das fertige Produkt. Einige inhaltliche Stichworte dazu sind Materialforschung, undogmatisches Denken, Materialentwicklung, Experimentierfreude, materialgerechter Entwurf, direkte Umsetzung, Präsentation – gerne gewürzt mit einer Prise Witz und Poesie.
Material: Als Forschungsobjekt und Werkstoff habe ich mir Biopolymere, eine Gruppe von kompostierbaren Kunststoffen, ausgesucht. Biopolymere besitzen viele interessante Eigenschaften wie: einfache Herstellung aus nachwachsenden Rohstoffen, problemlose Verarbeitung auch mit rudimentären Produktionsmitteln, bedenkenlose Entsorgung und nicht zu letzt, je nach Zusammensetzung auch sehr hohe Festigkeitswerte. Wir werden aus einfachsten Zutaten und nach eigenen Rezepten verschiedene Biopolymere herstellen, diese untersuchen, testen, verstärken und die Rezepturen verfeinern.
Objekte: Parallel zur Auseinandersetzung mit dem Material entwickeln und entwerfen wir Objekte für den Außenbereich, welche aus einem der von uns hergestellten Biopolymere gefertigt werden können. Sobald Proportionen, Farben, Strukturen und Erscheinung bestimmt sind, werden wir für unsere Favoriten die entsprechenden Formen bauen und diese Objekte aus den entwickelten Kunststoffen herstellen.
Poesie: Teil jeder Arbeit ist auch die Platzierung des hergestellten Objektes auf dem Landgut wo sie je nach gewähltem Standort durchaus unterschiedlich erscheinen werden sobald sie mit der Umgebung in Dialog treten oder auch verschieden genutzt werden. Dank ihrer Materialisierung werden die Objekte mit der Landschaft nicht nur formal interagieren, sondern sie werden sich im Laufe der Zeit langsam zersetzen und wieder Teil der Natur werden – „manufactured nature“ - der Titel ist Programm. Beat Karrer (CH)Woher nimmt ein Produktgestalter seine Ideen? Aus neuen Materialien, die überraschende Anwendungen ermöglichen. Aus neuen Fertigungstechniken, die Undenkbares machbar machen. Und aus dem Alltag, dem Tag für Tag neue Bedürfnisse entwachsen. In diesem Spannungsfeld entwickelt der Zürcher Designer Beat Karrer neue Produkte, die rundum gut ankommen. Bei renommierten Auftraggebern wie Anthologie Quartett und Designerslabel (Deutschland), Boffi und Corian / DuPont (Italien), Offecct (Schweden), Burri, Roethlisberger und Tossa (Schweiz). Aber auch bei den Jurys internationaler Möbelmessen, die Beat Karrer für seine ebenso unalltäglichen wie alltagstauglichen Entwürfe schon mehrfach ausgezeichnet haben – in Belgien, Deutschland, Spanien und der Schweiz. Mittlerweile wird Beat Karrer an der ETH Zürich als Gastkritiker begrüßt, hält in ganz Europa Vorträge, amtet immer wieder als Jurymitglied und leitet Workshops. Ideen von Beat Karrer sind in zahlreichen Zeitschriften und verschiedenen Büchern publiziert worden – etwa im „International Design Yearbook“. Beat Karrer lebt und arbeitet in Zürich, wo er 1966 geboren wurde und 1989 seine Ausbildung als Möbelschreiner abschloss. Nach verschiedenen Auslandsaufenthalten und Reisen gründete er 1993 sein eigenes Studio mit den Schwerpunkten Produkt- und Raumgestaltung.
|